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Leseprobe
Gertrude Stein
Sachen machen
Ein Buch von ABCs und Geburtstagen
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Klaus Schmirler. Mit schönen Illustrationen von Nina Pagalies
€ 18,00 / Fr. 36,00
Vichy-Frankreich 1940. Die jüdische Amerikanerin Gertrude Stein lebt seit diesem Winter im Dorf Belignin unweit Belleys, bisher nur ihr Sommerwohnsitz, denn Paris ist von den Deutschen besetzt. Sie beendet den Roman »Ida« und beginnt »Frau Reinelt«. Darüberhinaus flüchtet sie sich ins Schreiben eines Kinderbuches. Es geht um Buchstaben, es geht um Namen, die mit diesen Buchstaben beginnen, und es geht um die Berechtigung, zu sein, wer man ist. Gertrude Stein versucht, keine Gedanken an ihre unsichere Situation in ihr Bewußtsein dringen zu lassen. Als »Sachen Machen: Ein Buch von ABCs und Geburtstagen« beendet ist, erfordert das Schneiden der Buchsbaumeinfassungen in ihrem Garten ihre ganze Aufmerksamkeit.
»Sachen Machen« ist ein Buch von ABCs und Geburtstagen, denn alle Namen beginnen mit einem Buchstaben, und alle müssen einen Geburtstag haben. Namen und Identitäten haben Gertrude Stein schon länger beschäftigt, und in diesem fibelartig das Alphabet abarbeitenden Lesebuch haben alle Geburtstag, und wenn nicht, wollen sie einen.
»Zu erwachsen für Kinder und zu kindisch für Erwachsene,« sagte Alice B. Toklas anläßlich des Erscheinens dieses berühmten Kinder-/Erwachsenen-buches.ben eines Kinderbuches. Es geht um Buchstaben, es geht um Namen, die mit diesen Buchstaben beginnen, und es geht um die Berechtigung, zu sein, wer man ist. Gertrude Stein versucht, keine Gedanken an ihre unsichere Situation in ihr Bewußtsein dringen zu lassen. Als »Sachen Machen: Ein Buch von ABCs und Geburtstagen« beendet ist, erfordert das Schneiden der Buchsbaumeinfassungen in ihrem Garten ihre ganze Aufmerksamkeit.
»Sachen Machen« ist ein Buch von ABCs und Geburtstagen, denn alle Namen beginnen mit einem Buchstaben, und alle müssen einen Geburtstag haben. Namen und Identitäten haben Gertrude Stein schon länger beschäftigt, und in diesem fibelartig das Alphabet abarbeitenden Lesebuch haben alle Geburtstag, und wenn nicht, wollen sie einen.
»Zu erwachsen für Kinder und zu kindisch für Erwachsene,« sagte Alice B. Toklas anläßlich des Erscheinens dieses berühmten Kinder-/Erwachsenen-buches.
»Gertrude Stein hat mit ihrem 1940 entstandenen Buch von Abcs und Geburtstagen nicht eigentlich ein Buch für Kinder geschrieben. Mit den Bewusstwerdungsprozessen der Kindheit aber hat es viel zu tun. […] Gertrude Steins Schreiben hat seit je diese Gesetze unterwandert. Es ist ein Schreiben, das sich seine eigenen Regeln setzt, so wie das Spiel der Kinder.«
Ursula Sinnreich, Neue Zürcher Zeitung