Joseph Sheridan Le Fanu: Wylders Hand, Roman, übersetzt von Alexander Pechmann in der Reihe der Tausenddrucke, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Jakob Elias Poritzky: Meine Hölle, sowie: Skizzen aus der Anatomie, illustriert von Heike Küster, dreifarbige, reproduzierte Holzschnitte in Echtfarben gedruckt;
Gertrude Atherton: Die Glocke im Nebel, Unheimliche Erzählungen, übersetzt von Rainer G. Schmidt;
Ioan Grosan: Die Kinokarawane, Erzählungen, aus dem Rumänischen übersetzt von Stefan Moosdorf, in der neuen Reihe »Kleine Rumänische Bibliothek«;
Ladislaus Tarnowski: Der Dämon in der Apotheke, Mutabor Band 8, illustriert von Christoph Feist, vierfarbige, reproduzierte Linolschnitte in Echtfarben gedruckt
Lawrence Durrell: Das Lächeln des Tao, aus dem Englischen von Nicolaus Bornhorn;
William Godwin [Vater von Mary Shelley]: Caleb Williams oder: Die Dinge wie sie sind, Roman, übersetzt von Alexander Pechmann in der Reihe der Tausenddrucke, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Alexander Moritz Frey: Das abenteuerliche Dasein, illustriert von Heike Küster;
Sherwood Anderson: Viele Ehen, übersetzt von Rainer G. Schmidt;
Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant: Novellen, in der Reihe der Tausenddrucke, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Mirko Schädel, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Auguste Gilbert de Voisins: Die Bar zur Gabelung, Roman, aus dem Französischen übersetzt von Rainer G. Schmidt
Deutschlandfunk: BÜCHERMARKT
Aus dem literarischen Leben
Sonntag, 25. April 2010, 16.10 bis 16.30 Uhr
Das Buch der Woche
James Fenimore Cooper: »Die Monikins«,
2 Bände (Achilla Presse)
Vorgestellt von Florian Felix Weyh
zur Rezension
Die Kirche, die Kirche, die Kirche…
Die Kirchen in Deutschland bereiten sich offenbar auf ein Schattendasein
als Splittergruppe vor, was nicht unbedingt tragisch ist; die Geschichte der Kirchen insgesamt ist ja ein Jammertal von Krieg, Vergewaltigung, Folter – von der Inquisition und der Hexenverbrennung bis hin zur klammheimlichen Freude an faschistischen und nazistischen Tendenzen in der Politik – wo auch immer auf der Welt und zu jeder Zeit. Dieser Hang zur Gewalt und zum Dogma entpuppt sich mehr und mehr zu dem, wofür kirchliche Organisitionen seit jeher gelten dürfen, nämlich zu Verwaltern des Elends und Anbetern des Todes. Im Grunde handelt es sich bei diesen Parasiten, um im Jargon derer zu bleiben die Holocaustleugner und Neofaschisten in ihren Reihen goutieren – um ebenso ambivalente Menschen, wie überall auf der Welt. Die Kirche? Während maßgebliche Vertreter der Kirche in der Öffentlichkeit Schwule und Lesben diskriminieren, vertuschen, schützen und verharmlosen dieselben Leute jahrzehntelang ihre pädophilen Würdenträger in den eigenen Reihen. Wie schön, daß die katholische Kirche ein Herz für Kinderficker hat, wenigstens für diese perverse Minderheit gab es kirchlichen Schutz. Polemisch könnte man es auch so sagen: Ein Haufen alter, geiler Männer, die gern Kinder penetrieren oder mißhandeln, die voll von Lüge, Gier und Heuchelei eine Organisation geschaffen haben, die den Glauben und die Gläubigen verwalten sollen. Auch früher hatten sie es nicht so mit der Moral und der Wahrheit, die sie allsonntäglich von den Kanzeln predigen, die Heiligkeit war und ist nur eine Behauptung. Das Gut und Böse, das in ihren Predigten immer wieder gute und schlechte Menschen, gute und schlechte Taten, Unter- und Übermenschen beschreibt, ist ein Zeugnis ihrer entsetzlichen Dumpfheit. Kategorien wie gut und böse dienen immer nur der eigenen Überhöhung und der Verurteilung von Minderheiten. Das ist ein faschistisches Urprinzip. Wir sind was besseres, wir sind die wahren Christen, die ins Himmelreich kommen – die anderen sind böse und falsch… und schmoren in der Hölle.
Das immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, ist ein Segen für den wahren Glauben, den man zumindest nicht in den Kirchen findet. In den Kirchen findet man über Leichen gehendes Dogma, Scheinheiligkeit und Lüge allerorten – also mit Glauben an Jesus Christus hat das rein gar nichts zu tun. Manchmal könnte man »glauben«, der Teufel sei in den Vatikan eingezogen und herrsche dort, zusammen mit dubiosen Geheimzirkeln und Neofaschisten.
Die letzte Rettung dieser dubiosen Menschenfänger besteht auch bestimmt nicht in der Ausstrahlung von lähmenden Liveübertragungen des Deutschlandfunks von sonntäglichen Messen – oder dem erschreckend komischen »Wort zum Sonntag« des Senders ARD, der sich übrigens zur Rettung des Papsttums hat aufschwingen wollen, in dem zu nächtlicher Stunde katholischer Kitsch ausgestrahlt wurde. Ein Hollywoodschinken namens »Die Schuhe des Fischers« – trotz des gloriosen Oskar Werner und des leider nicht tanzenden Anthony Quinns ein absurd schlechter Film über Kirche und Papst, ist vermutlich gesponsert worden vom Vatikan.
Afganistan, mon amour?
Ich wurde unlängst auf etwas uncharmante, latent agressive Weise auf einem Herrenklo gefragt, was ich denn nun davon halte, ob meine Freiheit von deutschen Soldaten am Hindukusch verteidigt werde? Ich sagte in etwa folgendes zu dem Kriegsheimkehrer, der mich einzuschüchtern versuchte durch Habitus und Auftreten:
Den Bürgern in Uniform, den Soldaten in Afganistan einreden zu wollen, sie seien zur Verteidigung der Freiheit unserer Landsleute in Kabul, erinnert an einen Hirtenbrief aus Rom oder ein Märchen aus der Werkstatt von Georg W. Bush. Meine Freiheit wird sicherlich nicht in Afganistan verteidigt und steht dort auch nicht zur Disposition. Terror, das weiß man bereits ohne eine quälende und verdummende Söldnerausbildung durchlaufen zu haben, ist keine Gefahr, der man sich mit militärischen Mitteln entledigt. Es nutzt auch nicht, wenn sämtliche Medien in der Bundesrepublik gleichgeschaltet diese Phrasen von Notwendigkeit dieses Krieges wiederkäuend in Endlosschleife absondern – geradezu staatstragend wie in Nordkorea. Da fragt man sich angesichts der betulichen Staatsraison der Berichterstattung, wo wohl der kritische Journalismus hingekommen sein mag? Dieser Krieg ist ebenso wenig notwendig, noch wird irgendjemandem geholfen. Das einzige Ergebnis ist, daß junge Männer aus Deutschland, die auf Abenteuer und Geldverdienen aus sind, dort ihr Leben lassen oder verroht und therapiebedürftig aus diesem Krieg heimkehren. Meine Freiheit wird nicht am Hindukusch entschieden.
Stattdessen aber verlieren unzählige Zivilisten in Afganistan und etliche afganische Kämpfer, die tatsächlich glauben ihr Vaterland zu verteidigen gegen die westlichen Invasoren, ihr Leben.
Der Westen fragt sich, wie man trotz großer technischer, militärischer und ökonomischer Überlegenheit einen Krieg verlieren kann gegen ein Volk von Kleinbauern, nomadisierenden Hirten und Schafzüchtern. Man kann glücklicherweise. Es gibt offenbar noch Völker, wie auch immer man politisch dazu stehen mag, die nicht bereit sind in einer Welt zu leben, wo alles gleichgeschaltet dem Geld hinterherläuft und die kulturelle Basis Fernsehen und Fastfood ist. Wie unterentwickelt und antidemokratisch dem Westen das auch vorkommen mag, die Afganen sind keine bösen Menschen, nicht besser oder schlechter als alle anderen. Die Freiheit des Westens hängt keineswegs in irgendeiner Weise von Afganistan ab, wie sehr man den Leuten auch weismachen will, daß dieser Krieg notwendig und sinnvoll ist.
Es geht vielmehr darum, daß man nicht einsehen kann und der Welt nicht eingestehen mag, daß trotz all unserer Möchte-gern-Überlegenheit dieser Krieg nicht zu gewinnen ist. Kriege gegen Terror sind niemals zu gewinnen, weil Krieg nicht das richtige Mittel ist und Terror ebenso unausrottbar ist, wie Ungerechtigkeit auf dieser Erde.
Deshalb ist es schade für jeden Menschen, der in diesem Land und in diesem Krieg sein Leben verliert, auf der einen wie auf der anderen Seite. Jedes Leben, das dort ausgelöscht wird, ist ein Plädoyer für die Sinnlosigkeit des Krieges. Und jeder deutsche Soldat, der dort stirbt, stirbt keineswegs für die Freiheit oder für die Bekämpfung des Terrors, sondern lediglich für ein paar Knallköppe, die es nicht aushalten können zuzugeben, daß der Krieg ein verlogener, ein sinnloser und überflüssiger und ein verlorener Krieg zudem ist.
Es wird dringend Zeit, daß die politisch Verantwortlichen, deren schleimige Verlogenheit nicht zu übersehen ist, auch die juristische Verantwortung für diese Art von Krieg und vor allem für diese toten Menschen zu übernehmen haben. Die Märchenstunde von Frau Merkel über die mögliche atomare Bewaffnung afganischer Terroristen erinnert vielmehr an Schweinegrippe und andere mit Kalkül ausgesendete Hysteriewölkchen am deutschen Medienhimmel. Vielleicht bauen auch die Eskimos gerade an einer Atomwaffe, weiß man’s denn?
Die unabhängige Buchhandlung samt Antiquariat Schöbel in Heidelberg plant für Ende Februar ein Fenster mit Büchern der Achilla Presse! Wenn also in der alten Universitätsstadt Heidelberg neugierige Leser, Studenten oder die obligatorischen amerikanischen und japanischen Touristen Bücher anderer Art schauen wollen, dann begebe man sich an folgende Adresse:
Antiquariat & Versandbuchhandlung Schöbel, Plöck 56a, D-69117 Heidelberg Telefon +49 6221 26036. zum Internetauftritt von schoebel-buch.de
Es dankt der Verleger und bemerkt, die Bücher gehen nächste Woche zur Post und an die oben angegebene Adresse. Besten Dank!
Ab dem neuen Jahr beginnt endlich wieder die FKK-Saison im Meerwasser-Wellenbad in Hooksiel. Als glühender Anhänger des muskulösem Christentums (in meinem Fall: Atheistentums) der Chillingly’schen Prägung und als Verfechter der Freikörperkultur freue ich mich schon jetzt auf die Wiedereröffnung. Freitags ab 19 Uhr kann man dort nackend schwimmen. Ich bin zwar unter den FKK-Euphorikern nicht der schönste, aber immer der bestangezogenste;-) Solange jedoch begnüge ich mich noch mit ausgiebigem Saunieren in Wilhelmshaven bei der Firma Nautimo und grüße die japanischen Zeremonienmeister: Steffi, Steffi, Sören und Markus. Bei diesen Temperaturen durchaus empfehlenswert um wenigstens einmal am Tag durchgewärmt zu werden. Mancher Aufguß läßt an die Hitzewelle von Nagasaki denken!
Noch wichtiger scheint mir zu sein, daß im neuen Jahr die geregelten Öffnungszeiten des Kurhauses Dangast wieder Einzug halten. Man bekommt ohne Kurhaus garantiert die allseits gefürchtete Wesermarsch-Depression.
Und richtig Spaß gemacht hat es, zu sehen wie diese Seite entstanden ist und in einer Blitzgeschwindigkeit hergestellt wurde. Technik, die begeistert! Firma two-seven sei Dank!
Mirko Schädel
Die Buchhandlung Felix Jud in Hamburg, Neuer Wall 13, ist eine unabhängige Buchhandlung, die besonderen Wert auf Kundenberatung und -bindung legt und sich auf unkonventionelle Weise um kleine Verlage verdient macht. Geplant ist ein Schaufenster mit vielen, vielen Büchern der Achilla Presse. Wer diese Bücher also mal in natura sehen möchte, dem sei geraten sich nach Hamburg zu begeben und dort ganz in der Nähe des Jungfernstieg einen tiefen Atemzug zu nehmen in der Weltstadt mit Herz! Hoffentlich stehen neben unseren Büchern auch ein paar Kleinplastiken des Holzbildners Georg Schulz, dessen kafkaesk-komische Figuren bezaubern.
»Der Perlentaucher ist das führende und unabhängige Kultur- und Literaturmagazin im deutschsprachigen Internet.« so die Selbstdarstellung. Ich selbst schätzte dieses Werkzeug. Mich wundert nur, daß der Perlentaucher die Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung vom Dezember plündert und komplett alle Titel listet, nur eben nicht Sir Edward Bulwer-Lyttons »Kenelm Chillingly«, wohl weil das Buch nicht über buecher.de bestellbar ist und über keine ISBN verfügt. Ich nehme an, daß Buchbesprechungen nur dann erscheinen, wenn buecher.de diese Bücher auch liefern können. Also, wenn ich nicht irre, ist das keine unabhängige Berichterstattung und Zusammenfassung des Feuilletons, sondern der verlängerte Arm von buecher.de, ein Internetbuchhändler, der damit ein Geschäft machen will und Kunde des Perlentauchers ist. buecher.de ist übrigens ein Internetbuchhändler, der von der Axel Springer AG, der Holtzbrinck-Gruppe, Weltbild und T-Online zu je einem Viertel gelenkt wird. Also da sind wirklich mehr als unangenehme Zeitgenossen unter einem Dach versammelt. Wenn Sie also bei buecher.de kaufen, dann stützen Sie auch indirekt die Blödzeitung. Eigentlich lustig!
Im Wintergarten der Wandelhalle Bad Zwischenahn
finden die Bad Zwischenahner Büchertage statt. Von Do.,
21.1.2010 bis So., 24.1.2010 von 10 bis 18 Uhr.
Die Achilla Presse nimmt an dieser Veranstaltung teil und
wünscht ein interessiertes Publikum herbei.
Adresse: Auf dem Hohen Ufer 24, 26160 Bad Zwischenahn
Donnerstag – 16.00 Uhr Lesung mit Ulrike De Vries aus Apen
Samstag – 16.00 Uhr Lesung mit Gisela Scheja aus Barßel
Sonntag – 16.00 Uhr Liedermacher Gerd Pleus aus Gandersum
| Mittwochs | 11.00 – 18.00 Uhr |
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Sie können auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Terminabsprache, am besten telefonisch unter (04735) 918 996, das Krimi-Museum besuchen. Auch mehrtägige Besuche zu Studienzwecken sind möglich.
Achilla Presse
Verlagsbuchhandlung
Mirko Schädel e. K.
Hauptstr. 80
26969 Stollhamm-Butjadingen
Telefon (04735) 918 996
mail@achilla-presse.de