Seitenanfang
Startmenü
[Hauptmenü]
[Untermenü]
[Schriftmenü]
[Inhalt]
achilla-presse.de: zur Startseite
achilla-presse.de: zur Startseite

Hauptmenü

 

Aktuell-Archiv: Die nicht mehr ganz so aktuellen Meldungen

Deutschlandfunk

[Veröffentlicht am 11.02.2011] — [Archiviert ab 30.04.2011 01:33]

Der Deutschlandfunk irritiert mich. Als fürsorglicher Hypochonder übe ich mich vormittags im Zuhören der Gesundheitssendungen, in denen viele nette Erkrankungen erörtert werden. Dabei, Sie ahnen es, gilt meine Fürsorge vor allem meiner eigenen hypochondrischen Erkrankung, die ich füttere wie ein seltenes Reptil.

Heute morgen nun war das Thema Sterben und Tod, und, o Gott, es wurde sehr viel geweint, einzelne Teilnehmer wiesen sogar nach einer halben Stunde Sendezeit darauf hin, daß sie bereits dreimal geweint hatten. So geht’s mir auch immer, wenn ich den Kumpel von Denis Scheck, den Literaturkritiker Rainer Moritz, in der Sendung Büchermarkt höre, wie vor ein paar Tagen. Um der Genauigkeit willen muß ich sagen, daß ich gern geweint hätte, allein das unhörbare Gebrabbel, das entlarvende Tremolo seiner Stimme könnte mich zum Weinen bringen. Was für ein Glück, daß Rainer Moritz nicht noch auf anderen thematischen Gebieten im Deutschlandfunk sein Gequake zum Besten geben darf. Ich würde vorschlagen, man gibt ihm als Dorfpfarrer ne Chance, dann könnte er sonntäglich die Messe zelebrieren als Liveübertragung im DLF, dann bin ich nämlich gewohnt zu Deutschlandradio Kultur zu wechseln, und er würde mich nicht weiter stören.

Aber sicher, ich gebe zu, ich höre der unmelodiösen Stimme ohne jeglichen geistigen Nährwert eh nicht zu, aber allein die Atmosphäre meiner bescheidenen Wohnküche wird auf eine Weise akustisch verseucht, daß ich fluchtartig den Raum verlassen muß. Nun geweint habe ich noch nicht, daß mag ja das geheime Ziel des Herrn Scheck sein, daß sensible Brachialcharaktere wie ich, die immerhin noch in der Lage sind zu entscheiden, was gut für sie ist, den Raum verlassen oder doch zumindest den Sender zu wechseln – oder sich weinend mit diesem Idiotismus zu arrangieren. Ich freue mich ja darüber, daß Menschen zueinander finden, sich anfreunden, sich miteinander beschäftigen wie Herr Scheck und Herr Moritz das tun. Das ist legitim, entlarvend, aber nicht besonders aufregend. Hat Herr Moritz nicht genug Einkommen, daß man ihn von Seiten des Deutschlandfunks alimentieren muß? Ich kann mir vorstellen, daß er sich sehr gut eignet um langweilige, literatisch-ambitionierte Einführungen zu seinen Gästen im Hamburger Literaturhaus zu verfassen und vorzutragen, deren Verlogenheit vermutlich mit Langeweile kulminiert.

Wozu gibt es eigentlich Literaturhäuser? Sie sind das Marketinginstrument großer Verlagshäuser, der verlängerte Arm sozusagen, der sich um die betont interessierte Literaturschickeria einiger Groß- und Provinzhauptstädte kümmert. Meist sind die gastronomischen Einrichtungen der Mittelpunkt dieser literarischen Zentren, was aber nichts mit der gastrosophischen Literatur zu tun hat. Man kann es sich dort gut gehen lassen und man möchte dort gesehen werden – und natürlich sehen. Die Lesungen, die dort stattfinden, sind in der Regel nur der Vorwand, es sich gut gehen zu lassen, die Vorlesenden häufig Bestsellerautoren, die aus strategischen, logistischen Gründen von einem Literaturhaus zum anderen gekarrt werden. Bestsellerautoren sind die Lieblingsautoren von Rainer Moritz, weil sie soviel Bücher verkaufen, daß man gute Geschäfte damit machen kann.

Bestseller sind die Bücher, die niemals in die Tiefe gehen, sie haben durchaus ihre Berechtigung als Lesefutter für die Massen und als Training für das Lesen überhaupt, aber die Essenzen von Bestsellern sind in der Regel der kleinste gemeinsame Nenner, die Oberflächlichkeit und das Mittelmaß, sie sind das Einfamilienhaus in der Vorstadt, das Vehikel, das jeder auf Anhieb begreift, und das einer gewissen zeitgenössischen Eleganz des Schreibens mehr oder weniger huldigt. Das Mittelmaß und die Durchschnittlichkeit sind die zentralen Nervenzentren unserer heutigen Kommunikation und unseres Kunst- und Kulturbegriffs. Bestseller sind notwendig, damit das Lesen den breiten Bevölkerungsschichten nicht gänzlich abtrainiert wird. Glücklicherweise deckt sich das Bestsellertum mit dem Literaturgeschmack einiger Kritiker.

Aber die Literatur ist vielschichtiger, ist eine Krake mit vielen Armen und Leute wie Herr Moritz können noch so viel beten, solche Provinzler sind nicht in der Lage der Krake auch nur ein Tentakel abzuschlagen. Das ärgert die dummen Menschen, die glauben, daß Literatur in Listen verpackt als Literaturkanons verwertet werden müssen, die glauben, daß die wahre Literatur der kleinste gemeinsame Nenner unserer Massenkultur geworden ist, die Geld in die chronisch unterversorgten Kassen unseres Verlagswesen spült.

Wie verlogen die Branche auch hinsichtlich ihrer angeblichen Erfolge, ihrer Zuwächse usw. sein mag, die Literatur ist nicht kleinzukriegen. Natürlich wird es von Jahr zu Jahr schwieriger die Leser zu erreichen, nicht zuletzt deshalb, weil die Feuilletons offenbar bereits seit einiger Zeit Quergeschäfte mit großen Verlagshäusern tätigen (schaltest Du ein paar ordentliche Anzeigen in unserem Blatt, dann besprechen wir vermehrt Bücher aus deinem Verlag usw.), sondern auch weil viele andere Seilschaften, Kontakte, Eitelkeiten und Freundschaftsdienste eine Rolle spielen, insbesondere auch deshalb, weil viele Deppen das Metier der Literaturkritik ergriffen haben und nichts anderes zu tun haben als ihr Deppentum zu verbreiten.

Selbst das vereinigte Deppentum dieses Landes, das sich durch Ignoranz und blökender Dumpfheit auszeichnet, und in allen Sparten unseres gesellschaftlichen Systems zu finden ist (neben dem Phänomen des schleimenden Kriechers), wird es nicht schaffen der Literatur ein Haar zu krümmen. Die Vielschichtigkeit der Literatur, wie auch der Kunst, schafft sich selbst einen Raum, die Utopie der Eigenständigkeit und der Unabhängigkeit wird sich nicht abschaffen lassen. So war es immer, und so wird es immer sein, unabhängig von Struktur, Logistik und Anzahl der Deppen – in welchem gesellschaftlichen System auch immer. Das ist tröstlich, und das ist auch der Grund, warum ich dann doch nicht weinen musste beim Zuhören des Büchermarkts von vor ein paar Tagen – und ich auch heute morgen nicht weinen musste, denn der Tod, das Sterben gehören ebenso zum Leben, wie das Heranwachsen und Verblühen.

nach oben

Deutschlandfunk, Büchermarkt vom 24.12.2010

[Veröffentlicht am 03.01.2011] — [Archiviert ab 13.01.2011 02:43]

Das Glemmer-Duo Denis Scheck und Rainer Moritz brachten unlängst die Buchmarkt-Sendung des Deutschlandfunks in Köln (Hochburg der Comedy) zum Kochen. Ich war zwar genötigt meinen Mageninhalt auszukotzen, wie das immer der Fall ist, wenn ich Herrn Moritz sakrale Stimme im Radio vernehme, aber tief über die Kloschüssel gebeugt, wollte ich kein einziges Wort dieses weltumspannenden philosophischen Diskurses dieser beiden hedonistischen Geistesgrößen verpassen, das übrigens entlarvender war als jedes Gespräch, das sie mit ihrem Therapeuten führen könnten. Diese eigentümliche Demonstration einer gemächlich gewachsenen Männerfreundschaft ließ auch mein Herz höher schlagen… (Ein Freund, einer guter Freund…) Im Grunde genommen handelte es sich ja um einen Freundschaftsdienst dieses neue Buch des Rainer Moritz, Ex-Verlagsleiter diverser Verlage und heutiger Leiter des Literaturhauses in Hamburg, als Dauerwerbesendung zu präsentieren. Geld ist dafür sicherlich nicht geflossen, dafür ist das Buch zu gut, und auch der Humor kam nicht zu kurz, der Unterhaltungswert war immens, wenngleich dieser Humor seltsame Blüten trug und eher an die Art und Weise einer großen deutschen Boulevard-Zeitung erinnerte, wo lauter schmierige Redakteure darüber nachdenken, wie man den Pöbel verarscht. Aber damit nicht genug, die beiden Freunde überraschten mit diversen revolutionären Attitüden, die den Eindruck vermitteln sollten, daß wir es da mit einem Paar ausgesprochen elitärer Freiheitskämpfer zu tun haben, die weder das Bedürfnis haben sich politisch korrekt zu äußern, also kein Blatt vor den Mund nehmen, noch auf das berüchtigte Thema »Frauen« verzichten wollen. Es ist erstaunlich wie platt und hohl so ein Vier-Augen-Gespräch zuweilen geführt werden kann, aber heutzutage wundert einen ja nichts mehr. Da sitzen unsere beiden elitären Querdenker auf der Messe und amüsieren uns und sich selbst mit diesem »Tabakneger«, hach haben wir gelacht (Schenkelklopfen), also das man das noch sagen darf im öffentlich-rechtlichen Sender, »Neger« und dann noch »Tabak« usw. hach (schenkenklopfen) wie selbstbewußt und selbstverliebt wir doch sind, das wir diese Worte in den Mund nehmen und uns trauen darüber Witze zu machen auf dem altbekannten Niveau von Stammtischen und Männerbünden, nur daß wir ja viel schlauer sind und viel besser aussehen und Abitur haben… Hach (schenkelklopfen) und dann die Buchhändlerinnen, die waren sicher auch nicht ohne, Herr Moritz, da gab es selten schöne Pflanzen zu besichtigen, nicht wahr? Vielleicht wäre es schön gewesen, wenn Herr Moritz die eine oder andere reizende Anmerkung zu den Beinen der Buchhändlerin X. oder dem Dekolleté der Buchhändlerin Y. abgegeben hätte, oder wenn er sich in trunkener Geilheit mit pornographisch detailverliebter Präzision über den einen oder anderen Arsch geäußert hätte, das, da ich nicht prüde bin, hätte mich absurderweise amüsiert – aber leider tat er das nicht, dazu scheint seine Phantasie auch nicht auszureichen. Entgleisungen und Amokläufe stoßen bei mir auf ewige Dankbarkeit und Sympathie. Wenn Herr Moritz nicht noch so unsäglich lang und so unsäglich schlecht vorgelesen und den Äther verpestet hätte, wäre mein Ammerländer Grünkohl den natürlichen Weg gegangen und ich hätte nicht alles auskotzen müssen. Aber vermutlich gehört das zur Strategie des Deutschlandfunks an Feiertagen (damit wir uns nicht überfressen in unserer heilen, wohlstandsorientierten Welt), erst den Moritz lesen und so ins Grüne plaudern lassen und am nächsten Tag womöglich ne Liveschaltung nach Rom, da kommt man aus dem Kotzen gar nicht mehr raus… Ich freue mich schon auf die nächste Übertragung dieser blitzgescheiten, geistreichen Literaturkenner. Vielleicht sollte man noch Thilo Sarrazin dazu bitten oder jemanden von der Blödzeitung, das würde vom Ambiente gut passen und wäre sicher lustig.
Und noch etwas: Es ist ein klischeehaftes, dümmliches Mißverständnis, daß man den Buchhandlungen wie Thalia, Hugendubel – oder wie die großen Filialisten alle heißen mögen – vorwirft, sie seien seelenlos. Als gäbe es nicht genug andere Buchhandlungen, die ebenso seelenlos sind… Ich persönlich gehe sowieso nicht davon aus, daß Buchhandlungen eine Seele hätten, wer das denkt, meine ich, sollte doch lieber ins rituelle, spirituelle Kunsthandwerk wechseln.
Es geht darum, daß die großen Filialisten bekanntlich ungern irgendein Buch bestellen, das in einem Verlag erschienen ist, der nicht unter den 30, 40 oder 50 größten belletristischen Verlagen zu zählen ist. Noch weniger wird bestellt, wenn diese Bücher nicht bei der KNV oder Libri, den sogenannten Zwischenhändlern, gelistet sind. Da wird nämlich gern mal behauptet, die Titel aus kleineren Verlagen gäbe es gar nicht, weil der inkompetente Mitarbeiter in der Buchhandlung zu blöd ist das VLB zu nutzen – der Aufwand ist doch auch wirklich zu groß für einen Buchhändler. Und das VLB, was ist das eigentlich???
Das führt zu einer massiven Wettbewerbsverdrängung, damit schützt man automatisch die großen Verlage, die Konzerne. Aber das ist in anderen Branchen sicherlich genauso. Und Herr Moritz hält Bücher aus Kleinverlagen ja eh für überflüssigen Bockmist.
Unsere Politik, die Handelskammern und wie alle diese mafiaähnlichen Strukturen heißen mögen, schützen VW, BMW, die Industrie oder die Banken, aber der Mittelstand und vor allem das Kleingewerbe können vor die Hunde gehen, sind nur störende Konkurrenz im Kerngeschäft der Gewinnmaximierung. Die schönsten Buchhandlungen Europas haben auch keine Seele, sondern beseelte, kompetente, mehr oder weniger enthusiastische und interessierte Buchhändler. Dagegen wird Schönheit allzu gern verwechselt mit geschmackvollem Ambiente, hübscher Ausstattung, der Atmosphäre, und wie man diesen ganzen Lifestyle-Schicki beschreiben mag.
Die schönsten Buchhandlungen, die ich gesehen habe, sind Antiquariate, in denen sich Bücher über 1,5 m in den Gängen vor den Regalen stapeln und die Regale bis zur Decke reichen und man nur mit Leiter und funzligem Licht sich diesen Objekten nähern kann; in denen die Keller und Dachböden von Büchern bersten, in denen ein Geruch von Staub und altem Papier und Leinen dominiert, und jeder Stapel, jedes Regal und jeder Haufen eine Überraschung oder Irritation bereit hält. Massen von Büchern, die es zu entdecken gilt und ein wortkarger, alter Antiquar, der auf Nachfrage immer unhöflicher wird und den Eindruck vermittelt, daß er sich nur allzu ungern von irgendeinem dieser Bücher trennen möchte.
Das Chaos ist die einzige Schönheit, die ich in diesem Zusammenhang erkennen kann, aber bestimmt nicht die sterile, geordnete Atmosphäre von furnierten Resopalregalen, in denen über 300 m Bücher nach Ausstattung, Genre und Verlag sortiert den Eindruck vermitteln, hier, genau hier, finde ich was ich suche… und in denen angeblich in zunehmendem Maße Verlage dafür bezahlen – ihre Bücher in diesen Regalen präsentieren zu dürfen. Was für eine arme, langweilige Bücherwelt!

nach oben

Korrektur

[Veröffentlicht am 10.03.2010] — [Archiviert ab 30.05.2010 01:25]

Zum Status der Produktion ist folgendes zu bemerken:

In Korrektur befinden sich verschiedene Titel, die also in den nächsten 3-5 Wochen gedruckt werden:

Joseph Sheridan Le Fanu: Wylders Hand, Roman, übersetzt von Alexander Pechmann in der Reihe der Tausenddrucke, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Jakob Elias Poritzky: Meine Hölle, sowie: Skizzen aus der Anatomie, illustriert von Heike Küster, dreifarbige, reproduzierte Holzschnitte in Echtfarben gedruckt;
Gertrude Atherton: Die Glocke im Nebel, Unheimliche Erzählungen, übersetzt von Rainer G. Schmidt;
Ioan Grosan: Die Kinokarawane, Erzählungen, aus dem Rumänischen übersetzt von Stefan Moosdorf, in der neuen Reihe »Kleine Rumänische Bibliothek«;
Ladislaus Tarnowski: Der Dämon in der Apotheke, Mutabor Band 8, illustriert von Christoph Feist, vierfarbige, reproduzierte Linolschnitte in Echtfarben gedruckt

In Vorbereitung befinden sich:

Lawrence Durrell: Das Lächeln des Tao, aus dem Englischen von Nicolaus Bornhorn;
William Godwin [Vater von Mary Shelley]: Caleb Williams oder: Die Dinge wie sie sind, Roman, übersetzt von Alexander Pechmann in der Reihe der Tausenddrucke, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Alexander Moritz Frey: Das abenteuerliche Dasein, illustriert von Heike Küster;
Sherwood Anderson: Viele Ehen, übersetzt von Rainer G. Schmidt;
Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant: Novellen, in der Reihe der Tausenddrucke, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Mirko Schädel, 2 Leinenbände mit Schutzumschlägen im Schuber;
Auguste Gilbert de Voisins: Die Bar zur Gabelung, Roman, aus dem Französischen übersetzt von Rainer G. Schmidt

nach oben

Buch der Woche am 25.4.2010

[Veröffentlicht am 10.04.2010] — [Archiviert ab 05.05.2010 14:53]

Deutschlandfunk: BÜCHERMARKT
Aus dem literarischen Leben
Sonntag, 25. April 2010, 16.10 bis 16.30 Uhr
Das Buch der Woche
James Fenimore Cooper: »Die Monikins«,
2 Bände (Achilla Presse)
Vorgestellt von Florian Felix Weyh
zur Rezension

nach oben

Vatikan, Afganistan...

[Veröffentlicht am 24.02.2010] — [Archiviert ab 30.04.2010 17:39]

Die Kirche, die Kirche, die Kirche…
Die Kirchen in Deutschland bereiten sich offenbar auf ein Schattendasein
als Splittergruppe vor, was nicht unbedingt tragisch ist; die Geschichte der Kirchen insgesamt ist ja ein Jammertal von Krieg, Vergewaltigung, Folter – von der Inquisition und der Hexenverbrennung bis hin zur klammheimlichen Freude an faschistischen und nazistischen Tendenzen in der Politik – wo auch immer auf der Welt und zu jeder Zeit. Dieser Hang zur Gewalt und zum Dogma entpuppt sich mehr und mehr zu dem, wofür kirchliche Organisitionen seit jeher gelten dürfen, nämlich zu Verwaltern des Elends und Anbetern des Todes. Im Grunde handelt es sich bei diesen Parasiten, um im Jargon derer zu bleiben die Holocaustleugner und Neofaschisten in ihren Reihen goutieren – um ebenso ambivalente Menschen, wie überall auf der Welt. Die Kirche? Während maßgebliche Vertreter der Kirche in der Öffentlichkeit Schwule und Lesben diskriminieren, vertuschen, schützen und verharmlosen dieselben Leute jahrzehntelang ihre pädophilen Würdenträger in den eigenen Reihen. Wie schön, daß die katholische Kirche ein Herz für Kinderficker hat, wenigstens für diese perverse Minderheit gab es kirchlichen Schutz. Polemisch könnte man es auch so sagen: Ein Haufen alter, geiler Männer, die gern Kinder penetrieren oder mißhandeln, die voll von Lüge, Gier und Heuchelei eine Organisation geschaffen haben, die den Glauben und die Gläubigen verwalten sollen. Auch früher hatten sie es nicht so mit der Moral und der Wahrheit, die sie allsonntäglich von den Kanzeln predigen, die Heiligkeit war und ist nur eine Behauptung. Das Gut und Böse, das in ihren Predigten immer wieder gute und schlechte Menschen, gute und schlechte Taten, Unter- und Übermenschen beschreibt, ist ein Zeugnis ihrer entsetzlichen Dumpfheit. Kategorien wie gut und böse dienen immer nur der eigenen Überhöhung und der Verurteilung von Minderheiten. Das ist ein faschistisches Urprinzip. Wir sind was besseres, wir sind die wahren Christen, die ins Himmelreich kommen – die anderen sind böse und falsch… und schmoren in der Hölle.
Das immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, ist ein Segen für den wahren Glauben, den man zumindest nicht in den Kirchen findet. In den Kirchen findet man über Leichen gehendes Dogma, Scheinheiligkeit und Lüge allerorten – also mit Glauben an Jesus Christus hat das rein gar nichts zu tun. Manchmal könnte man »glauben«, der Teufel sei in den Vatikan eingezogen und herrsche dort, zusammen mit dubiosen Geheimzirkeln und Neofaschisten.
Die letzte Rettung dieser dubiosen Menschenfänger besteht auch bestimmt nicht in der Ausstrahlung von lähmenden Liveübertragungen des Deutschlandfunks von sonntäglichen Messen – oder dem erschreckend komischen »Wort zum Sonntag« des Senders ARD, der sich übrigens zur Rettung des Papsttums hat aufschwingen wollen, in dem zu nächtlicher Stunde katholischer Kitsch ausgestrahlt wurde. Ein Hollywoodschinken namens »Die Schuhe des Fischers« – trotz des gloriosen Oskar Werner und des leider nicht tanzenden Anthony Quinns ein absurd schlechter Film über Kirche und Papst, ist vermutlich gesponsert worden vom Vatikan.

Afganistan, mon amour?
Ich wurde unlängst auf etwas uncharmante, latent agressive Weise auf einem Herrenklo gefragt, was ich denn nun davon halte, ob meine Freiheit von deutschen Soldaten am Hindukusch verteidigt werde? Ich sagte in etwa folgendes zu dem Kriegsheimkehrer, der mich einzuschüchtern versuchte durch Habitus und Auftreten:
Den Bürgern in Uniform, den Soldaten in Afganistan einreden zu wollen, sie seien zur Verteidigung der Freiheit unserer Landsleute in Kabul, erinnert an einen Hirtenbrief aus Rom oder ein Märchen aus der Werkstatt von Georg W. Bush. Meine Freiheit wird sicherlich nicht in Afganistan verteidigt und steht dort auch nicht zur Disposition. Terror, das weiß man bereits ohne eine quälende und verdummende Söldnerausbildung durchlaufen zu haben, ist keine Gefahr, der man sich mit militärischen Mitteln entledigt. Es nutzt auch nicht, wenn sämtliche Medien in der Bundesrepublik gleichgeschaltet diese Phrasen von Notwendigkeit dieses Krieges wiederkäuend in Endlosschleife absondern – geradezu staatstragend wie in Nordkorea. Da fragt man sich angesichts der betulichen Staatsraison der Berichterstattung, wo wohl der kritische Journalismus hingekommen sein mag? Dieser Krieg ist ebenso wenig notwendig, noch wird irgendjemandem geholfen. Das einzige Ergebnis ist, daß junge Männer aus Deutschland, die auf Abenteuer und Geldverdienen aus sind, dort ihr Leben lassen oder verroht und therapiebedürftig aus diesem Krieg heimkehren. Meine Freiheit wird nicht am Hindukusch entschieden.
Stattdessen aber verlieren unzählige Zivilisten in Afganistan und etliche afganische Kämpfer, die tatsächlich glauben ihr Vaterland zu verteidigen gegen die westlichen Invasoren, ihr Leben.
Der Westen fragt sich, wie man trotz großer technischer, militärischer und ökonomischer Überlegenheit einen Krieg verlieren kann gegen ein Volk von Kleinbauern, nomadisierenden Hirten und Schafzüchtern. Man kann glücklicherweise. Es gibt offenbar noch Völker, wie auch immer man politisch dazu stehen mag, die nicht bereit sind in einer Welt zu leben, wo alles gleichgeschaltet dem Geld hinterherläuft und die kulturelle Basis Fernsehen und Fastfood ist. Wie unterentwickelt und antidemokratisch dem Westen das auch vorkommen mag, die Afganen sind keine bösen Menschen, nicht besser oder schlechter als alle anderen. Die Freiheit des Westens hängt keineswegs in irgendeiner Weise von Afganistan ab, wie sehr man den Leuten auch weismachen will, daß dieser Krieg notwendig und sinnvoll ist.
Es geht vielmehr darum, daß man nicht einsehen kann und der Welt nicht eingestehen mag, daß trotz all unserer Möchte-gern-Überlegenheit dieser Krieg nicht zu gewinnen ist. Kriege gegen Terror sind niemals zu gewinnen, weil Krieg nicht das richtige Mittel ist und Terror ebenso unausrottbar ist, wie Ungerechtigkeit auf dieser Erde.
Deshalb ist es schade für jeden Menschen, der in diesem Land und in diesem Krieg sein Leben verliert, auf der einen wie auf der anderen Seite. Jedes Leben, das dort ausgelöscht wird, ist ein Plädoyer für die Sinnlosigkeit des Krieges. Und jeder deutsche Soldat, der dort stirbt, stirbt keineswegs für die Freiheit oder für die Bekämpfung des Terrors, sondern lediglich für ein paar Knallköppe, die es nicht aushalten können zuzugeben, daß der Krieg ein verlogener, ein sinnloser und überflüssiger und ein verlorener Krieg zudem ist.
Es wird dringend Zeit, daß die politisch Verantwortlichen, deren schleimige Verlogenheit nicht zu übersehen ist, auch die juristische Verantwortung für diese Art von Krieg und vor allem für diese toten Menschen zu übernehmen haben. Die Märchenstunde von Frau Merkel über die mögliche atomare Bewaffnung afganischer Terroristen erinnert vielmehr an Schweinegrippe und andere mit Kalkül ausgesendete Hysteriewölkchen am deutschen Medienhimmel. Vielleicht bauen auch die Eskimos gerade an einer Atomwaffe, weiß man’s denn?

nach oben

Buchhandlung und Antiquariat Schöbel

[Veröffentlicht am 10.02.2010] — [Archiviert ab 01.04.2010 01:07]

Die unabhängige Buchhandlung samt Antiquariat Schöbel in Heidelberg plant für Ende Februar ein Fenster mit Büchern der Achilla Presse! Wenn also in der alten Universitätsstadt Heidelberg neugierige Leser, Studenten oder die obligatorischen amerikanischen und japanischen Touristen Bücher anderer Art schauen wollen, dann begebe man sich an folgende Adresse:

Antiquariat & Versandbuchhandlung Schöbel, Plöck 56a, D-69117 Heidelberg Telefon +49 6221 26036. zum Internetauftritt von schoebel-buch.de

Es dankt der Verleger und bemerkt, die Bücher gehen nächste Woche zur Post und an die oben angegebene Adresse. Besten Dank!

nach oben

Hooksiel, Dangast & Co.

[Veröffentlicht am 04.01.2010] — [Archiviert ab 19.02.2010 16:02]

Ab dem neuen Jahr beginnt endlich wieder die FKK-Saison im Meerwasser-Wellenbad in Hooksiel. Als glühender Anhänger des muskulösem Christentums (in meinem Fall: Atheistentums) der Chillingly’schen Prägung und als Verfechter der Freikörperkultur freue ich mich schon jetzt auf die Wiedereröffnung. Freitags ab 19 Uhr kann man dort nackend schwimmen. Ich bin zwar unter den FKK-Euphorikern nicht der schönste, aber immer der bestangezogenste;-) Solange jedoch begnüge ich mich noch mit ausgiebigem Saunieren in Wilhelmshaven bei der Firma Nautimo und grüße die japanischen Zeremonienmeister: Steffi, Steffi, Sören und Markus. Bei diesen Temperaturen durchaus empfehlenswert um wenigstens einmal am Tag durchgewärmt zu werden. Mancher Aufguß läßt an die Hitzewelle von Nagasaki denken!
Noch wichtiger scheint mir zu sein, daß im neuen Jahr die geregelten Öffnungszeiten des Kurhauses Dangast wieder Einzug halten. Man bekommt ohne Kurhaus garantiert die allseits gefürchtete Wesermarsch-Depression.
Und richtig Spaß gemacht hat es, zu sehen wie diese Seite entstanden ist und in einer Blitzgeschwindigkeit hergestellt wurde. Technik, die begeistert! Firma two-seven sei Dank!
Mirko Schädel

nach oben

Buchhandlung Felix Jud

[Veröffentlicht am 05.01.2010] — [Archiviert ab 06.02.2010 01:58]

Die Buchhandlung Felix Jud in Hamburg, Neuer Wall 13, ist eine unabhängige Buchhandlung, die besonderen Wert auf Kundenberatung und -bindung legt und sich auf unkonventionelle Weise um kleine Verlage verdient macht. Geplant ist ein Schaufenster mit vielen, vielen Büchern der Achilla Presse. Wer diese Bücher also mal in natura sehen möchte, dem sei geraten sich nach Hamburg zu begeben und dort ganz in der Nähe des Jungfernstieg einen tiefen Atemzug zu nehmen in der Weltstadt mit Herz! Hoffentlich stehen neben unseren Büchern auch ein paar Kleinplastiken des Holzbildners Georg Schulz, dessen kafkaesk-komische Figuren bezaubern.

nach oben

Perlentaucher ist ganz unabhängig …

[Veröffentlicht am 26.12.2009] — [Archiviert ab 26.01.2010 19:40]

»Der Perlentaucher ist das führende und unabhängige Kultur- und Literaturmagazin im deutschsprachigen Internet.« so die Selbstdarstellung. Ich selbst schätzte dieses Werkzeug. Mich wundert nur, daß der Perlentaucher die Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung vom Dezember plündert und komplett alle Titel listet, nur eben nicht Sir Edward Bulwer-Lyttons »Kenelm Chillingly«, wohl weil das Buch nicht über buecher.de bestellbar ist und über keine ISBN verfügt. Ich nehme an, daß Buchbesprechungen nur dann erscheinen, wenn buecher.de diese Bücher auch liefern können. Also, wenn ich nicht irre, ist das keine unabhängige Berichterstattung und Zusammenfassung des Feuilletons, sondern der verlängerte Arm von buecher.de, ein Internetbuchhändler, der damit ein Geschäft machen will und Kunde des Perlentauchers ist. buecher.de ist übrigens ein Internetbuchhändler, der von der Axel Springer AG, der Holtzbrinck-Gruppe, Weltbild und T-Online zu je einem Viertel gelenkt wird. Also da sind wirklich mehr als unangenehme Zeitgenossen unter einem Dach versammelt. Wenn Sie also bei buecher.de kaufen, dann stützen Sie auch indirekt die Blödzeitung. Eigentlich lustig!

nach oben

Bad Zwischenahner Büchertage 2010

[Veröffentlicht am 19.01.2010] — [Archiviert ab 25.01.2010 18:51]

Im Wintergarten der Wandelhalle Bad Zwischenahn
finden die Bad Zwischenahner Büchertage statt. Von Do.,
21.1.2010 bis So., 24.1.2010 von 10 bis 18 Uhr.
Die Achilla Presse nimmt an dieser Veranstaltung teil und
wünscht ein interessiertes Publikum herbei.
Adresse: Auf dem Hohen Ufer 24, 26160 Bad Zwischenahn
Donnerstag – 16.00 Uhr Lesung mit Ulrike De Vries aus Apen
Samstag – 16.00 Uhr Lesung mit Gisela Scheja aus Barßel
Sonntag – 16.00 Uhr Liedermacher Gerd Pleus aus Gandersum

Letzte Aktualisierung: 30.04.2011nach oben

Öffnungszeiten
Krimi-Museum

Mittwochs 11.00 – 18.00 Uhr

Sie können auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Terminabsprache, am besten telefonisch unter (04735) 918 996, das Krimi-Museum besuchen. Auch mehrtägige Besuche zu Studienzwecken sind möglich.

Kontaktdaten

Achilla Presse
Verlagsbuchhandlung
Mirko Schädel e. K.

Hauptstr. 80
26969 Stollhamm-Butjadingen

Telefon (04735) 918 996
mail@achilla-presse.de

 
©27